Double Feature: PEEPING TOM und DIVA
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Double Feature: PEEPING TOM, 1960, Rialto Pictures, 101 min. Dir. Michael Powell. PEEPING TOM, der bei seiner Erstaufführung von den Kritikern fast durchweg verschmäht wurde, heute aber als Meisterwerk des psychologischen Horrors gilt, beendete Powells Karriere, als der Film veröffentlicht wurde. Carl Boehm spielt einen schüchternen, sanften Fotografen, der in Wirklichkeit ein gepeinigter Serienmörder ist, der seine weiblichen Opfer im Moment ihres Todes filmt, in einer unvergesslich gruseligen und ergreifenden Rolle. Boehms Verliebtheit in die Pensionsmieterin Helen (Anna Massey) führt zu einer Krise, die nur in Erlösung oder Zerstörung enden kann. Aufschlussreich und subversiv wirft PEEPING TOM schwierige Fragen über das universelle Verlangen nach voyeuristischem Nervenkitzel und die Natur des Filmes auf.
DIVA, 1981, Rialto Pictures, 123 Min. Regisseur Jean-Jacques Beineix landete mit seinem Debütfilm einen internationalen Volltreffer an den Arthouse-Kinokassen, ein geschickt konstruiertes Soufflé eines Suspense-Thrillers mit einem komischen, augenzwinkernden Ton. Der Postbote und Opernfanatiker Jules (Frederic Andrei) nimmt heimlich sein Idol, die Diva Cynthia (Wilhemenia Wiggins Fernandez), auf und ist von ihrer Darbietung so überwältigt, dass er ihr Kostüm aus ihrer Garderobe stiehlt, was einen Skandal auslöst. Später stößt er bei seinen Streifzügen auf zwei Schläger, die eine Frau verprügeln, und wird unwissentlich zum Empfänger eines Erpresserbandes, das das Opfer heimlich in seine Brieftasche steckt. Schon bald beginnt die Verfolgungsjagd, bei der nicht nur die Ganoven (darunter Dominic Pinon), sondern auch taiwanesische Musikschmuggler hoffen, seine Opernkassette zu stehlen. Bevor sich die Dinge zuspitzen, freundet sich Jules mit der Sängerin Cynthia an und wird bei seiner Flucht aus der Gefahr von einem jungen vietnamesischen Straßenmädchen und einem raffinierten geheimnisvollen Mann (Richard Bohringer) unterstützt. “...Einer der besten Thriller der letzten Jahre, aber mehr noch, ein brillanter Film, eine visuelle Extravaganz, die die beträchtlichen Talente des jungen Regisseurs Jean-Jacques Beineix ankündigt...Er ist voll von so vielen kleinen Charakteren, so vielen perfekt beobachteten Intimitäten, so vielen visuellen Erfindungen, von schlau bis großartig, dass die Thrillerhandlung nur ein Bonus ist... Pauline Kael hat Beineix mit Orson Welles verglichen, und wie Welles es so oft tat, hat er einen Film gemacht, der unabhängig von seinem Thema ein Fest zum Anschauen ist.” - Roger Ebert, Chicago Sun-Times